Schon wieder ein kosmischer Streifschuss.

Ende Januar bis Mitte Februar scheint im Sonnensystem eine gefährliche Zeit zu sein. Vor zwei Jahren rauschte 2012 DA14 vorbei (27.800 km Entfernung), am Montag wird es ihm der Asteroid 2004 BL86 gleichtun. Mit einem halben Kilometer Durchmesser schon ein imposanter Brocken – und damit der bisher größte Asteroid, der so nah an uns vorbei fliegt.

Also: Kopf ein ziehen, oder nicht?

2004 BL86 ist über 10-mal größer als 2012DA14 aber zum Glück hält er einen Sicherheitsabstand von 1,2 Mio Kilometern Entfernung (zum Vergleich: der Mond ist im Mittel 385.000 km entfernt) zur Erde ein. Erst 2027 wird mit „1999 AN10“ ein noch schwerer Brummer erwartet – ungefähr im Mondabstand.

Was sind eigentlich Meteoriden, Meteoriten und Asteroiden überhaupt?

Kleinere Brocken, die da draußen umherfliegen, nennen wir Meteoroiden, größere Brocken Asteroiden. Falls sie uns tatsächlich vor die Füße fallen, spricht man von Meteoriten – gewissermaßen „gefallenen“ Meteoroiden. Kleinere Brösel, die wir auf unserer Reise durchs All aufsammeln, ionisieren unsere Atmosphäre. Diese Lichterscheinungen bewundern wir als Sternschnuppen-Schwärme.

Müssen wir Angst vor einem Asteroiden-Einschlag haben?

Irgendwann wird ein größerer Brocken auf der Erde einschlagen. Es ist keine Frage ob, sondern wann. Statistisch treffen uns bedrohliche Kaliber alle 50 Mio Jahre. Klingt beruhigend, aber der letzte ist schon 65 Mio Jahre her…

Können wir uns vor einem Einschlag schützen?

Zur Beruhigung: Lesen Sie eine Seite aus dem Buch „Urknall, Weltall und das Leben“. Mehr über kosmische Bedrohungen, den Urknall, das Weltall und die Entstehung des Lebens gibt es auf den restlichen über 400 Seiten hier: http://shop.komplett-media.de/derwissensverlag/de_urknall-weltall-und-das-leben_112564.html

Gaßner:
Immerhin haben wir verschiedene Frühwarnsysteme für solche Asteroiden, die der Erde sehr nahe kommen. Es gibt sogar eine Internetseite (www.spaceweather.com), auf der Begegnungen mit diesen sogenannten NEOs oder Near Earth Objects protokolliert werden. Da kannst du jeden Morgen nachschauen, ob es sich noch lohnt, in die Arbeit zu gehen.

Lesch:
Wenn´s hart auf hart kommt, schicken wir Bruce Willis, der fliegt hin und regelt das.

Gaßner:
Der Film Armageddon ist offensichtlich von konkreten Plänen der U.S. Air Force und der NASA inspiriert worden. Bei einem Asteroiden auf Kollisionskurs – man spricht von PHAs (potentially hazardous asteroids)- stellt man sich eine Begegnung tatsächlich so ähnlich vor. Der Asteroid soll allerdings nicht gesprengt,sondern aus seiner Bahn gelenkt werden, denn die Bruchstücke wären vermutlich immer noch bedrohlich und viele Einzelobjekte gar nicht mehr kontrollierbar. Das würde wahlweise durch auf ihm zu installierende Steuerdüsen geschehen, oder durch die Druckwelle einer in seiner Nähe stattfindenden Explosion. Wenn man lange genug Vorlauf hätte, könnte man sogar Solarsegel auf ihm setzen, um den Brocken mit Hilfe des Sonnenwindes zu manövrieren.

Lesch:
Da kann ich nur sagen: Schiff ahoi! Hoffentlich kennt der Steuermann den richtigen Kurs.

Gaßner:
Aber das ist doch noch gar nichts. Am witzigsten finde ich die Idee, eine Hälfte des Asteroiden weiß anzustreichen. Sie beruht auf dem Yarkovsky-Effekt. Auf der sonnenzugewandten Seite ist die Oberfläche des Asteroiden offensichtlich wärmer als auf der Schattenseite. Die warme Oberfläche emittiert energiereichere Photonen, die einen geringfügig stärkeren Rückstoß verursachen. Wenn man lange genug Zeit hat, kann man diese winzige Kraft zur Ablenkung der Bahn verwenden. Durch den weißen Anstrich wird der Effekt noch verstärkt.

Für Interviews zu dem Thema stehen Harald Lesch und Josef Gaßner gerne zur Verfügung. In ihrem YouTube Kanal „Urknall, Weltall und das Leben“ stellen die beiden Wissenschaftler regelmäßig neue Videos zu aktuellen Themen ein: https://www.youtube.com/user/UrknallWeltallLeben

Das Buch „Urknall, Weltall und das Leben“ erscheint bei Der Wissens-Verlag, Komplett-Media, Grünwald und kostet 29,95 €.

Über die Autoren:

Prof. Dr. Harald Lesch lehrt Astrophysik an der LMU, München und Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie und ist Moderator der ZDF-Reihe „Frag den Lesch“.
Sein Freund und Kollege Josef M. Gaßner ist Mathematiker, theoretischer Physiker, Kosmologe und Grundlagenforscher.

Abdruck honorarfrei.
Über einen Beleg freuen wir uns.
Besprechungsexemplare und hochauflösende Dateien des
Covers stellen wir gerne zur Verfügung.

Pressekontakt:
Julia Loschelder – KOMPLETT-MEDIA GmbH
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